St. Stephanus
Gemessen an den damaligen technischen Möglichkeiten, ist die
Pfarrkirche St. Stephanus in der erstaunlich kurzer Zeit von nur drei
Jahren errichtet worden. Am 13. Juli 1887 erfolgte die Konsekrierung
des schönen neuromanischen Baus durch den Bischoff Kopp aus Fulda.
Dass diese Kirche gebaut werden konnte, verdanken die Hitdorfer Bürger dem Umstand, dass im Jahr 1840 Hitdorf zur selbständigen Pfarre erhoben wurde, die nicht länger der Pfarre St. Aldegundis in Rheindorf unterstehen sollte. Dieser Weg in die Selbständigkeit war sicher auch nicht verwunderlich, wenn man das damalige Wachstum der Gemeinde in Betracht zog. Einem kleinen Gedicht, das in der Festschrift zum 100 jährigen Bestehen der heutigen Pfarrkirche veröffentlicht wurde, kann man entnehmen, dass die kleine Kapelle dem Ansturm der katholischen Christen an Sonn- und Feiertagen nicht länger gewachsen war:
"Die alte Kirch, sie war zu klein,
die große Meng' ging nicht hinein.
Man sah, wohl war es zu beklagen,
gar oft an Sonn- und Feiertagen,
wo jeder Christ doch hören soll
die heil'ge Messe andachtsvoll,
gar viele vor der Türe stehn
und dort sich die Natur besehn....."
Das kleine Bild, rechts unten, vermittelt einen Eindruck von der Kapelle, die 1791 / 92 unterhalb der Kirche St. Stephanus gebaut worden war.
Nach der Ernennung zur selbständigen Pfarre mussten dennoch 40 Jahre vergehen, bis dann die Planung für die heutige Kirche in Angriff genommen werden konnte.
Hubert Joseph Mertens, dem Nachfolger des Kaplans Joseph Lensing ist es entscheidend zu verdanken, dass der Bau zügig angegangen wurde. 1882 bekamen die Architekten Lange und Odenthal den Planungsauftrag für eine, dem damaligen Baustil entsprechende, dreischiffige neuromanische Backsteinkirche mit einschiffigem Querhaus.

Kriegsjahre
Fünf Jahre nach Fertigstellung von St. Stephanus wurde die alte Kapelle abgerissen. Wir schreiben das Jahr 1892.
Der 1. Weltkrieg veränderte auch in Hitdorf nachhaltig das Leben. 39 Soldaten haben ihr Leben verloren. Die Anzahl derer, die als Verwundete heimkehrten, war erheblich größer. Die Pfarrkirche hat den 1. Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden.
Anders war es im 2. Weltkrieg. Schon 1942 traf die Kirche eine Fliegerbombe, die in der Nacht vom 16. August das Dach stark in Mitleidenschaft gezogen hat und einen großen Teil der Kirchenfenster zu Bruch gehen ließ.
Die schlimmsten Wochen waren allerdings die letzten des 2. Weltkriegs. Die Amerikaner waren im März bis zum linken Rheinufer in Langel vorgerückt. Wegen der breiteren Zufahrtswege zur Fähre Hitdorf – Langel war diese Stelle geeignet, einen Brückenkopf aufzubauen. Da die deutsche Wehrmacht die Sakristei von St. Stephanus als Befehls- und den Südturm als Funkzentrale ausgebaut hatten, wurde die Kirche stark unter Beschuss genommen. Es war allerdings ein deutsches Geschoss, das letztendlich die Kirchenmauer durchschlug und den Tabernakel und Hochaltar zerstörten. Den bemitleidenswerten Zustand der Kirche sehen Sie im folgenden Foto.

Der Wiederaufbau
Der Wiederaufbau begann zügig in den Nachkriegsjahren. Nicht nur die beiden Türme der Kirche, sondern auch das Dach waren erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Fast unbeschädigt blieben der Glockenstuhl und das alte Uhrwerk. Der Tatkraft von Peter Heitzer, der die Pfarre Hitdorf seit 1927 leitete, war es zu verdanken, dass sich viele Freiwillige fanden, die sich am Aufbau des Gotteshauses beteiligten.
In den Kriegsjahren waren von den vier vorhandenen Glocken drei eingeschmolzen worden. Nur die kleine Agatha-Glocke blieb als Geläut zurück.
1952 beschaffte die Kolpingfamilie Hitdorf drei neue Glocken. Sie waren in den Tonlagen dis, fis und gis gestimmt und passten damit leider nicht mehr zur Agatha-Glocke, die deshalb 1955 durch die Petrusglocke (cis) ersetzt wurde.
In den Jahren 1958 / 59 konnten ebenfalls die Seitenfenster, die die Kriegsjahre natürlich auch nicht heil überstanden hatten, durch eine neue Buntverglasung nach Plänen von Manfred Ott gestaltet werden.
Die auch in Mitleidenschaft gezogene Orgel, wurde 1971 generalüberholt. Sie tat ihren Dienst bis ins Jahr 2000 und wurde dann durch das heutige Instrument, einer alten, aber völlig restaurierten, englischen Holdich-Orgel ersetzt.
Quelle: Festschrift 100 Jahre Pfarrkirche St. Stephanus
zurück

Dass diese Kirche gebaut werden konnte, verdanken die Hitdorfer Bürger dem Umstand, dass im Jahr 1840 Hitdorf zur selbständigen Pfarre erhoben wurde, die nicht länger der Pfarre St. Aldegundis in Rheindorf unterstehen sollte. Dieser Weg in die Selbständigkeit war sicher auch nicht verwunderlich, wenn man das damalige Wachstum der Gemeinde in Betracht zog. Einem kleinen Gedicht, das in der Festschrift zum 100 jährigen Bestehen der heutigen Pfarrkirche veröffentlicht wurde, kann man entnehmen, dass die kleine Kapelle dem Ansturm der katholischen Christen an Sonn- und Feiertagen nicht länger gewachsen war:
"Die alte Kirch, sie war zu klein,
die große Meng' ging nicht hinein.
Man sah, wohl war es zu beklagen,
gar oft an Sonn- und Feiertagen,
wo jeder Christ doch hören soll
die heil'ge Messe andachtsvoll,
gar viele vor der Türe stehn
und dort sich die Natur besehn....."
Das kleine Bild, rechts unten, vermittelt einen Eindruck von der Kapelle, die 1791 / 92 unterhalb der Kirche St. Stephanus gebaut worden war.
Nach der Ernennung zur selbständigen Pfarre mussten dennoch 40 Jahre vergehen, bis dann die Planung für die heutige Kirche in Angriff genommen werden konnte.
Hubert Joseph Mertens, dem Nachfolger des Kaplans Joseph Lensing ist es entscheidend zu verdanken, dass der Bau zügig angegangen wurde. 1882 bekamen die Architekten Lange und Odenthal den Planungsauftrag für eine, dem damaligen Baustil entsprechende, dreischiffige neuromanische Backsteinkirche mit einschiffigem Querhaus.

Kriegsjahre
Fünf Jahre nach Fertigstellung von St. Stephanus wurde die alte Kapelle abgerissen. Wir schreiben das Jahr 1892.
Der 1. Weltkrieg veränderte auch in Hitdorf nachhaltig das Leben. 39 Soldaten haben ihr Leben verloren. Die Anzahl derer, die als Verwundete heimkehrten, war erheblich größer. Die Pfarrkirche hat den 1. Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden.
Anders war es im 2. Weltkrieg. Schon 1942 traf die Kirche eine Fliegerbombe, die in der Nacht vom 16. August das Dach stark in Mitleidenschaft gezogen hat und einen großen Teil der Kirchenfenster zu Bruch gehen ließ.
Die schlimmsten Wochen waren allerdings die letzten des 2. Weltkriegs. Die Amerikaner waren im März bis zum linken Rheinufer in Langel vorgerückt. Wegen der breiteren Zufahrtswege zur Fähre Hitdorf – Langel war diese Stelle geeignet, einen Brückenkopf aufzubauen. Da die deutsche Wehrmacht die Sakristei von St. Stephanus als Befehls- und den Südturm als Funkzentrale ausgebaut hatten, wurde die Kirche stark unter Beschuss genommen. Es war allerdings ein deutsches Geschoss, das letztendlich die Kirchenmauer durchschlug und den Tabernakel und Hochaltar zerstörten. Den bemitleidenswerten Zustand der Kirche sehen Sie im folgenden Foto.

Der Wiederaufbau
Der Wiederaufbau begann zügig in den Nachkriegsjahren. Nicht nur die beiden Türme der Kirche, sondern auch das Dach waren erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Fast unbeschädigt blieben der Glockenstuhl und das alte Uhrwerk. Der Tatkraft von Peter Heitzer, der die Pfarre Hitdorf seit 1927 leitete, war es zu verdanken, dass sich viele Freiwillige fanden, die sich am Aufbau des Gotteshauses beteiligten.
In den Kriegsjahren waren von den vier vorhandenen Glocken drei eingeschmolzen worden. Nur die kleine Agatha-Glocke blieb als Geläut zurück.
1952 beschaffte die Kolpingfamilie Hitdorf drei neue Glocken. Sie waren in den Tonlagen dis, fis und gis gestimmt und passten damit leider nicht mehr zur Agatha-Glocke, die deshalb 1955 durch die Petrusglocke (cis) ersetzt wurde.
In den Jahren 1958 / 59 konnten ebenfalls die Seitenfenster, die die Kriegsjahre natürlich auch nicht heil überstanden hatten, durch eine neue Buntverglasung nach Plänen von Manfred Ott gestaltet werden.
Die auch in Mitleidenschaft gezogene Orgel, wurde 1971 generalüberholt. Sie tat ihren Dienst bis ins Jahr 2000 und wurde dann durch das heutige Instrument, einer alten, aber völlig restaurierten, englischen Holdich-Orgel ersetzt.
Quelle: Festschrift 100 Jahre Pfarrkirche St. Stephanus
zurück